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Ein schwerer Traum.
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Ab Morgen ist er in Prag. Wir hatten nun so kurz vor dem Ende noch einmal ein Zugehörigkeitsgefühl geschaffen, das mit den bisherigen nicht vergleichbar ist. Knallgrüne Lutscher im Bett und das Streicheln von nackten Rücken und gemeinsame Zahnpasta und Einkaufslisten und Fuß an Fuß beim Einschlafen.
Und mit seinen stachligen Haaren in meinem Nacken dachte ich an. Unschuldigstes Beisammensein. Und wir lachten über ausgesprochene Perversitäten, während denen wir uns wie Geschwister fühlten.
Und die Tiere mochten ihn und Claudia und Basti verloren kein schlechtes Wort über ihn. Sahen ihm erstaunt in die Augen, als er ihnen die Hand reichte. Und abrupt war die Neugierde dahin und es blieb wohl nur. Akzeptanz.

Ich verpasste es, ihm sein Geschenk zu geben.

Und nun ist er weg.



~...sleeping on my back...~
7.9.08 21:42


Morgens im Zug sehe ich meist die gleichen Menschen. Frauen mit unrasierten Beinen, blonde Mädchen aus der siebten mit rosa Fleecejacken, die ungeschickt mit ihren riesigen Rucksäcken durch die Gänge stolpern. Ein Typ in der Ersten Klasse, der sich eine Schlaf-Augenbinde aufsetzt, um die Fahrt für schönheitsfördernde Ruhe zu nutzen. Ein Typ mit Akne und halblangen blonden Haaren und engen schwarzen Hose, der dann auch in der Straßenbahn in meiner Nähe sitzt. Aber noch weiter fährt als ich.
Da ist auch ein kleines Mädchen, vielleicht türkisch. Dunkle, lange Haare, meist eine dieser Gummilatschen in violett. Jeans und einen karierten Rucksack auf den winzigen Schultern. Heute sah ich ihr nach, als sie ausstieg. Sie hüpfte über die Fußgängerampel einer Hauptverkehrsstraße. Ohne dabei zu lächeln.

Es fahren morgens bis zu fünf Leute aus meiner Klasse mit.

Die Zimmernummern stehen auf Monitoren in jeder Etage. In vielen Zimmern sind modernste Computer, teilweise auch Apple.

Die Stunden bestehen mittlerweile nur noch aus Albernheiten. Wirtschaftskunde, Kommunikation, Datenverarbeitung. Es gibt Interessanteres, es gibt bessere Lehrweisen.
Auf die erste Nähkontrolle bekam ich eine gute Zwei. So wie andere, die bereits seit Jahren nähen, auch. Das ist in Ordnung, denke ich.



Fünf Entwürfe müssen mittlerweile stehen. Aber ich bin mir bei der Auswahl noch unsicher.
Zu jenen muss ich in den nächsten beiden Wochen jeweils eine Collage erstellen. Erst war ich ein wenig ratlos und genervt. Doch letzte Nacht kam mir eine Technik in den Sinn, wie es möglich wäre, aus dieser Bastelarbeit keine Kinderkacke werden zu lassen.

Talent hatte Vorgestern eine Kolik, die ich entdeckte, weil ich -seit Tagen endlich wieder- Zeit hatte, sie zu füttern. Der Tierarzt kam um zehn. Vati führte sie noch bis elf auf dem Hof herum, damit sich die Krämpfe lösen.
Als er nachts halb vier noch einmal aufstand, um nach ihr zu sehen, fuhr ein Auto auf dem Feldweg neben der Pferdekoppel, das hastig umkehrte, als Paps mit der Taschenlampe leuchtete.



~...Muschiverlobungsring...~
12.9.08 11:33


Die Collagen sind fertig. An die Nähhausaufgabe werd ich mich gleich noch setzen und das TKG müsste ich ausdrucken, um immerhin die Morgen abgeschriebene Hausaufgabe demnächst mal nachvollziehen zu können. (...) Have a nice day. Have a nice evening.






(Whatsoever. Für Bilderupload bin ich gerade scheinbar zu dumm.)






~...got a lot...~
14.9.08 17:02


17.9.08 19:35


Es ist wieder Zeit vergangen.

Die Kollektion steht nun fest. Meine letzte Collage ist fertig, Kati ist endgültig als Model festgelegt.
Nächste Woche werde ich einige LK's schreiben. Mathe und Wirtschaftskunde, glaube ich.
Das Nähen ist beinahe schon Routine, das Arbeitszimmer ist fast fertig. Der Leinenstoff für die Präsentation wird bald gekauft. Ich wählte ihn in Maisgelb.
Schnittkonstruktion ist eines der Fächer, die ich am wenigsten mag. Neben Sport, Maschinen- und Werkstoffkunde. Auch Fertigungstechnik ist öde. Was aber an der Lehrerin liegt.
Vieles an dieser Schule erinnert mich an das Bischofswerdaer Gymnasium. Was es mir nicht leicht macht.

Vor nunmehr zwei Wochen entschieden Benni und ich, er ist 2,08 m groß, dass wir ins zehn Jahren -wenn bis dahin nicht die Liebe, eine andere Heirat oder der Tod zugeschlagen hat- Hochzeit feiern werden. Er kaufte Ringe aus Edelstahl, die wir nun täglich tragen. Letztes Wochenende aßen wir gemeinschaftlich mit der halben Klasse bei ihm Spätzle. Danach gingen wir in der Altstadt spazieren und aßen Chips vor dem Fernseher. Mit dem Hasen. Am nächsten Tag schliefen wir lange, besuchten Pillnitz und putzten anschließend schweigend die Wohnung. Danach aßen wir zu Abendbrot, bevor er mich zum Zug brachte.
Welch natürliche Freundschaft. Er sagt, es fühle sich an, als kenne er mich schon ewig.
Benni ist ein Schussel und versessen auf Stoffe und Kostüme.
Ich verstehe von beidem nichts und dennoch ergänzen sich so oft unsere Gedanken, dass ich ihm zustimmen muss. Wir kennen uns in irgendeiner Weise schon lange.

Die beiden Mädchen, die mir die acht bis zehn Schulstunden erträglich machen, sind Kati und Bianca. Die eine so absolut genügsam, die andere brav und furchtbar liebenswert.

Mein Mangel an Zeit brachte mir, in diesen wenigen Wochen, die die Ausbildung ja erst andauert, schon einige Schmollereien. Ich kann mich nur dafür entschuldigen, dass ich unfähig bin, mich zu zweiteilen.
Ich werde mich bemühen, alles besser unter einen Hut zu bringen.

Gestern stritt ich mich mit dem Herrn Architekten. Mir riss der Geduldsfaden und ich sagte ein paar Dinge, die ich hätte lassen können. Mir tut nur leid, wie plump ich war. Aber es war ehrlich und ich bin es leid.
Alles muss mal ein Ende finden und ich möchte ihn nicht immer nur schwermütig und trauernd erleben. Sie wird nicht zurückkommen. Auch wenn er noch drei Jahre jammert. Und auch wenn es die Eine war und er sich dabei ganz sicher ist. Auch dann wird sie nicht zurückkommen.
Ich kann einfach nicht mehr. Weil es mich schmerzt. Es ist jetzt genug.

Während jeder über meine Verlobung mit dem minderjährigen Stofffanatiker schmunzelte, wurde er ein wenig wütend. Es sei leichtfertig. Ich solle Verantwortung zeigen.
Ich erschrak, das muss ich sagen.
Und bis zu dem Zeitpunkt sah ich es nicht aus diesem Blickwinkel.
Aber es ist ein freundschaftlich naiver Spaß und viele lachten darüber und es gibt ein kleines warmes Bauchgefühl. Wie heißer Kakao zum Einschlafen.

Nächstes Wochenende möchte ich nach Prag. Bis dahin ist der Streit geschlichtet. Wir stritten uns nie länger als zwei Tage.






~...slip through...~
28.9.08 20:19


Und solchen Dummkopf macht aus mir die Schwermut, ich kenne mit genauer Not mich selbst.
29.9.08 20:34





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