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Ein schwerer Traum.
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Man spürt die Erschöpfung am meisten in den Phasen der Ruhe.


Als ich heute kurz nach acht aufgestanden bin, trat ich mit wirrem Haar aus meinem Zimmer und wurde gerufen. -NimmdieTasseundholnochKaffee!- Dann kämmte ich meine Haare. Zehn Minuten lang. Dann gab ich das auf, putzte die Zähne, wusch mich, zog mich an, klämmte mir zwei Haarspangen in den filzigen Busch und wusste bereits beim Tor öffen, dass ich zehn Minuten zu spät sein würde.
Auf dem Weg durch das Dorf, überkam mich eine gewaltige Unlust, sodass ich mich versuchte auf die Musik im Ohr zu konzentrieren und den Seitenstreifen entlangbalancierte. An der Feuerwehr sah ich einen Moment hoch, ein weißes Auto fuhr an mir vorbei und der Fahrer winkte mir offenherzig zu. Ich blieb stehen und starrte ein paar Sekunden auf meinen rechten Schuh, der einen Knick nach innen hat. Dann konnte ich doch nur die Schultern zucken, weiterlaufen und mir vornehmen, mich zu entschuldigen, falls ich Benny noch mal sehen sollte.
Es ist unhöflich nicht zurückzugrüßen und keinen Grund zu nennen. Und ich bin an der Grenze, weil das nicht das erste Mal war. Aber heute hatte ich einen Grund, und zwar meine Duseligkeit, und das wollte ich ausnutzen.

Im Büro wurde ich von Frau G. begrüßt, von Herr A. jedoch missachtet. Gleich darauf war ich schon im Hauptgebäude und kümmerte mich allein um die Osternester. Es dauerte bis elf, bis ich fertig war.
Zwischendurch war ich kurz im Kindergarten und brachte Frau S. ein paar Formulare und trug einen Hefter voller Geld zurück ins Büro.
Das zweite Zwischendurch war Frau M., die mich tätschelte und allerlei Sachen erzählte und mich mit neuen und alten Kosenamen verwöhnte und Herr A., der mich erst stur anstierte, jedoch lächelte, als ich es tat, mich Osterhäschen nannte und wieder ging.

Morgen werde ich wieder im Büro sein, weil Frau G. mich darum gebeten hat. Es sind neun Einträge in die Bücher zu schreiben. Aber Frau M. wird nicht da sein. Sie streichelte mir zum Abschied die Wange und sagte, wir sehen uns in zwei Wochen wieder.

Als ich nach Hause lief, begegnete mir ein Hund, ein kleinerer mit kopiertem Schwanz, der sich kurz streicheln ließ und dann eine Auffahrt hochtippelte. Kurz vor der Haltestelle fuhr ein Bus wenige Zentimeter an meinem Arm vorbei und hielt. Ich hatte ihn nicht gehört, meine Musikstöpsel sind gut.
An den Treppen zur Kegelhalle sah ich, wie die Post gerade unsere Auffahrt rückwärts runterfuhr. Und als ich in mein Zimmer kam, lag das amazon Päckchen auf dem Schreibtisch.





Let Dai ist wunderbar. Auf eine eigentümliche, völlig andere Weise als Mars. Auch der Zeichenstil mag auf den ersten Blick ähnlich sein, aber nach den fünf Bänden, die ich hintereinander weg gelesen habe, finde ich, kann man das nicht miteinander vergleichen.
Fuyumi Soryo setzt ausschließlich feine Linien, skizzenhaft, aber immer perfekt.
Es ist schlichtweg anders.

Aber die Darstellung der Charaktere ist ebenso toll. Ich mag Dai. Er ist einzigartig. Aber in den ersten Kapiteln gefällt er mir besser, als jetzt.

Wobei Jaehee schlichtweg undurchsichtig ist. Bei Kira war jeder Gedankengang verständlich. Aber bei ihm runzel ich ständig die Stirn.


Insgesamt sind der Aufbau der Story und auch die Verhaltensweisen sehr gewöhnungsbedürftig. Einfach nicht europäisch.
Wie koreanische und auch japanische Filme. Ohne viele Worte. Sodass man nur auf Gestik achten kann, denn auch die Mimik sagt nicht viel und wenn eine Träne kullert, erschrickt man, weil man es nicht hat kommen sehen.
Es ist sehr emotional und tief. Aber nicht offensichtlich.


Und jeder ist verliebt und lechzt nach jemandem, aber auch das ist unbegreiflich.



Was mich am meisten verwirrt, ist der ständige Alleingang der Personen. Man spürt auf jeder Seite, wie allein sie sind. Sie mögen zusammen in einem Raum sitzen, reden, sich vielleicht sogar berühren und dennoch wirkt es einsam. Und bald wird einer von ihnen aufstehen und gehen, ohne dass es Bedeutung hat, ob der andere mitkommt oder nicht.
Es gibt einfach kein 'gemeinsam', nicht mal unter Freunden. Das ist mir unbegreiflich. Weil 'gemeinsam' und 'zusammen' und 'mit dir' für mich von so großem Wert ist.
(Und damit meine ich nicht 'Egal, mit wem gemeinsam.')















(Es gab mal Menschen, die das an mir zu schätzen wussten. Es kommt mir vor, als wäre das viele, viele Jahre her.)




~...for a simple grin...~
3.4.07 23:13
 


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