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Ein schwerer Traum.
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Um zehn. Und ich war noch so müde, dass ich den Wecker im Fünf Minuten Takt klingeln ließ. Bis es halb war.
Dann kam Paps und brabbelte etwas von Essen. Und wir aßen unterwegs. Er Fisch mit Bratkartoffeln. Ich eine Semmel.

Die Theoriestunde verlief gut. Das Jungchen, das mit dabei sitzt, ist nicht laut, starrt nicht, rotzt nicht, stinkt nicht und ist höflich. Ich hab ein solch gigantisches Glück, dass es kaum zu fassen ist.
Herr T. ist nett und sehr umgänglich. Geradeheraus, ein wenig poltrig wie Paps, aber niemals erniedrigend.
Es ist wirklich in Ordnung und die größten Sorgen werde ich mir wegen der Prüfung machen müssen.

In Sebnitz mussten wir eine Stunde warten. Eine Frau vor uns, um die vierzig, redete besonders lange mit dem Doktor. Die Wände sind nicht hellhörig und die Tür verschließt gut und dennoch hörten wir sie plappern und plappern. Und sie erzählte dem guten Mann ihre Sorgen und ihr Leid und all ihren Seelenschmerz der letzten drei Monate, die sie ihn nicht gesehen hatte. (Und das, wo er doch kein Psychologe und kaum an Einzelheiten interessiert ist. Nunja.)
Dann kam sie heraus und gab der Sprechstundenhilfe den Zettel, den er ihr geschrieben hatte, auf dem der Name ihres Medikaments und die Dosis stand.
Und während sie noch einen Termin ausmachten, bemerkte ich ihre Schuhe. Und wie ähnlich sie sich sahen. Beide größtenteils aus weißem Glanzleder mit quadratischen Löchern und weißen Gummisohlen. Und die der Sprechstundenhilfe hatten mittig einen blauen Jeansstoff, die der Frau an beiden Fersenseiten schwarzes Leder. Beide Paar Schuhe waren in meinen Augen noch hässlicher als ihre Frisuren.
Aber den Gedanken daran mochte ich nicht und ich zog meine beiden Schuhe aus, setzte die Füße auf den Stuhlrand und legte meinen Kopf auf die Knie, bis der Doktor meinen Namen rief.
Und im Sprechzimmer war kein Fenster offen und ich vermisste den leichten Wind an meinem linken Ohr, an meinem Hinterkopf, an meinen Unterarmen. Es war so windstill da, dass ich mich einen Moment nicht darauf konzentrieren konnte, was er mir erklärte. Da sah ich ihm in die Augen, um es mir nicht anmerken zu lassen und wollte auch durchhalten, bis er wegsehen würde, aber er tat es wieder nicht und eigentlich tut er das nie und so war ich wieder diejenige, die den Blick auf den Tisch senkte und ein Mal weniger blinzelte.

Er wünschte mir viel Glück und andere höfliche Sachen, die er jedem seiner Patienten mit auf den Weg gibt und fügte noch ein 'Viel Erfolg in der Fahrschule.' hinzu, um doch noch eine persönliche Note dranzuhängen und anstatt mich dafür noch einmal extra zu bedanken, biss ich die Zähne zusammen und lief einen Schritt schneller. Es frustriert mich, immer und auf der ganzen Welt einer von vielen zu sein und keinen bleibenden Eindruck hinterlassen zu können. Ich bin ersetzbar und werde vergessen und kann nichts dagegen tun, was meiner Persönlichkeit entspricht.






Dienstag war bei Dr. House eine Szene, über die ich mich kaputt gelacht habe, obwohl die Folge an sich sehr dramatisch war.
Er *überleg und überleg*
Cameron "ö.ö Foreman ist schwarz!"
Er " O___O *theatralisch nach Luft schnapp* Wie lange haben Sie uns das schon verschwiegen?!"
Sie -.-





Heut Abend hatte ich mich hingelegt, weil meine Kopfschmerzen nicht nachlassen wollten. Und nach einer Stunde kam Mumschka und lud mich ins Auto. Im Kaufland hatte uns eine Verkäuferin gesagt, wo die Zitronenbutten stehen und ich wollte sie holen gehen. Doch es gibt nur einen kleinen Durchgang zu den Regalen, zu denen ich musste. Und in eben jenem standen drei Jugendliche. Ein Pärchen und ein Einzelner mit kurzer beiger Hose. Ich überlegte, als ich sie sah, ob ich ganz drumherum laufen könnte. Entschied mich aber dagegen. Der Tag war so gut verlaufen, ich wollte diesmal nicht aufgeben. Und so blieb ich bei ihnen stehen. Einer bemerkte mich gleich und als ich sagte 'Entschuldigung, darf ich Bitte durch?' sagte der andere 'Natürlich, gerne.' und es klang weder provokant noch belustigt und ich glaube aus dem Augenwinkeln ein Lächeln von ihm gesehen zu haben, konnte mich aber nicht dazu bringen, einen von ihnen direkt anzuschauen.


Was kann man dazu sagen?

Mh. Wenn mir diese Sachen bald noch leichter fallen, werde ich auch aufsehen können. Und Menschen, die anderen in die Augen sehen können, sind stark. Ich möchte nie wieder so sein, wie in der siebten Klasse. Möchte nicht auf den Boden schauen, wenn man sich über mich lustig macht. Möchte ihnen kalt ins Gesicht sehen, ohne etwas zu sagen. Sie ansehen, als wären sie Würmer. Und das sind sie. Würmer.


Ebenso wie ich.




~...for the better or the worse...~
13.4.07 22:31
 


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