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Ein schwerer Traum.
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Perlen



Wie einer dem anderen ähnelt, im Aufbau der Knochen, der Farbe und Konsistenz des Blutes, im Verlauf der Sehnen und Zähne sind immer hart. Es fällt mir schwer, zu unterscheiden. Grenzen zu sehen und zu begreifen. Fleisch ist Fleisch. Mensch ist Mensch. Mann und Frau und Kind und alles ist gleich. Und wenn einer stirbt, so gibt es noch Millionen andere.

Da ist ein Druck in meinen Füßen, ich wechsle die Belastung von einem zum anderen und wieder zurück zum einen. Mein Nacken ist starr und zerrt an meinen Kräften. Es ist genug für heute. Ich drücke den Knopf noch ein Mal. Mit sinnloser Ungeduld. Und seufze und unterdrücke ein Gähnen. Der Fahrstuhl, der nicht zu mir fährt, ist nur ein weiteres Übel des Tages.
Ich kann nicht mehr, ich möchte nicht mehr. Entscheide mich zum Laufen. Denn im Treppenhaus ist es kühl und die Bewegungen, die wird mir helfen. Wird Ablenkung von meiner Erschöpfung sein.
Stufe für Stufe laufe ich, zwei Etagen hinab und mir kommen warme Gedanken, die mich trösten möchten, aber es nicht schaffen können. Recht hilflos umherdämmern in meinem Kopf.
Da sticht ein Schmerz direkt vom Nacken hinauf in meinen Hals, der mich erschrickt, ertappt, dass ich die rechte Hand hebe, mich verhake, meine Kette zerreiße, die nun Perle für Perle für Perle hinabkullert. Stufe für Stufe für Stufe. In einer leisen, traurigen Melodie.
Ich sehe ihnen nach. Doch die letzten sind verschwunden, rollen, springen, tanzen noch, bis hin zum Erdgeschoss und dann ist das Lied vorbei. Die Lüftung brummt ihre einsame Monotonie.
Meine Hand, noch in der Luft schwebend, habe ihnen nachgewunken, in stillem Einvernehmen. Hebe sie jetzt zu meinen Augen, über die ich reibe. Vor Müdigkeit kitzeln und brennen. Aus denen heißes Wasser tropft. Mir meine Energiereserven raubend, mich in die Knie zwingt. Kalter Steinboden, träge schimmernd und staubig. Lege meinen Kopf auf den Schoß der Traurigkeit. Sie streichelt mit ihren warmen Fingerkuppen meine Stirn. In ihrer Güte, wie eine Mutter.
Verliere, in Armseeligkeit. Sehe nur grau und spüre nur grau, lasse mich trösten.



...




Fortsetzung folgt.
18.5.07 22:01
 


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