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Ein schwerer Traum.
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Am Freitag erneutes Kochen bei Benni. Wir waren zu sechst. Spaghetti Carbonara mit viel Käse.
Abends Wall-E. Mit Benni und Kati. Wir aßen scheußliche Chips und kicherten beinahe unablässlich.
Kati fuhr anschließend heim. Der Herr verlangte nach einem Klo. ("Und ich sagte nie, dass ich nur pinkeln muss...") Wir gingen zur Milchbar an der Prager Straße und er verschwand mehr als fünf Minuten lang.
Ich nutzte die Pause. Schrieb zwei Sätze, als ich eine Nachricht erhielt. Sie war vom Architektenmann. Eben jenem hatte ich soeben Liebenswürdigkeiten mitteilen wollen.
"Die zwei Stecknadeln im Heuhaufen, die sich finden.", meinte er. Und während der dicke Kellner zum achten Mal an mir vorbeirannte, kamen mir die Tränen.

In Prag kochte er am Sonntag, bevor er mich zum Bus brachte. Ich schaute währenddessen im Internet nach einer Straßenangabe. Die es nicht gab.
Dann spielte ich Solitär, die Vista-Variante, die mich schnell langweilte. Den Beschluss fassend, einige seiner Bilder diverser Wandertouren anzusehen -wissend, dass ihn das nicht stören würde- öffnete ich seinen Bilderordner, der auf der Festplatte unter 'Bilder' gespeichert war. Doch bevor ich die Möglichkeit bekam, weitere Unterordner zu betrachten, erschienen die Miniaturansichten von einer jungen Frau.
Ich vergrößerte die Bilder nicht.
Ich sah mir gar keine Bilder mehr an.
Ich versuchte mich noch einmal am Solitär, spielte zwei Runden lang und mein Magen verdrehte sich so, dass ich glaubte, kotzen zu müssen.

Ich weinte. Natürlich tat ich das, aber ich bemühte mich und er bemerkte nichts. Von Traurigkeit oder einer unangenehmen Entdeckung.

Ausgenommen diesem Faux-Pas war das Wochenende jedoch durch und durch harmonisch. Vielleicht schweißt uns die Entfernung mehr zusammen. Ich halte es mittlerweile für möglich. (Aber der Nachgeschmack bleibt bitter und die Lücke ist dennoch groß und unüberwindbar und so sagte ich gestern wieder und wieder, als Benni meinte, welch Traurigkeit unablässig durchschimmert, dass alles besser wird. Wenn er nur im März wiederkommt und ich ihn ab und zu umarmen kann.)


Gestern fuhr ich mit Benni zum Heidefriedhof. Dieser liegt am anderen Ende der Stadt von seiner Wohnung aus. Sehr gepflegt und wunderbar herbstlich. Die Asche seiner Uroma war in einer Urnengemeinschaftsanlage. Anonym. So sahen wir nur ein abgegrenztes Stück Wiese vor uns in der allerlei Blumen steckten.
Ich setzte mich auf eine Bank und ließ ihm Zeit, sich einen schönen Platz für sein Sträußchen zu suchen.
Er erzählte ein wenig von Gertrud, bevor wir wieder zurückfuhren.



~...and scream...~
12.10.08 19:13
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Clara (13.10.08 08:50)
Warum hast du nicht gefragt, wer sie ist? Sowas kann man ja durchaus auch auf eine Art machen, die nicht eifersüchtig-kontrollierend rüberkommt.


eeroismus (13.10.08 20:59)
Weil ich es bereits wusste.
Dass er noch Bilder von dieser, seiner, Exfreundin auf dem Rechner hat, ahnte ich. Aber nicht, dass sie ihm ins Gesicht springen, sobald er den Ordner öffnet, mit dem er am meisten hantiert.

Schockierend. Auch, dass ich sie durch einen so dummen Zufall nun doch gesehen habe. (Und das wollte ich nie.)

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