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Ein schwerer Traum.
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Groß Nemerow, Wellnesshotel, Tag 1.

22:34 Uhr. Die Welt scheint zu schlafen. Der Fernseher ist auf lautlos gestellt. Mein Desktophintergrundbild lächelt mich an. Der Mond scheint durch das Fenster, man sieht nur ein Drittel seiner Größe, er ist abnehmend.
Doppelbett. Auf der einen Seite allerhand Malutensilien, ein Beutel, ein dutzend CD's, ein Schlüssel und ein paar Klamotten. Auf der anderen Seite meine Person mit dem Schreibgerät vor sich, plus Fernbedienung am rechten Oberschenkel.

Seit Stunden hab ich jetzt die Kopfschmerzen. Das lange Fahren war aus irgendeinem Grund zu anstrengend. Dann einchecken bei einer Frau, die Haare hatte wie ein glattgemähter Wiesenhügel. Beide Zimmer sind gleich groß und identisch eingerichtet. Meines wirkt allerdings um einen halben Meter geräumiger, da ich weniger Kram habe. Mein Fernseher ist von Philips. Damit bin ich nochmals im Vorteil. Der linke Sessel drüben hat einen kleinen Fleck auf der Sitzfläche, meine Sessel sind beide völlig sauber. Paps' Zimmernummer ist die 110. Ich hab die 111. Die Schreibtische sind in der hinteren Ecke des Zimmers. Sie besitzen keine extra Lampe und haben somit keinerlei Lichtquelle, was wohl bedeutet, dass ich zum Malen meinen Tisch vor's Fenster ziehen und den Fernseher auf den Sessel stellen muss. Die Zimmer sind -bis auf die potthässlichen Gardinen- recht geschmackvoll. Die Bilder haben eine gute Größe und sind nicht zu spärlich angebracht. Die Fenster sind sauber. Sowohl die Scheiben als auch -was viel wichtiger ist- die Rahmen. Es existieren fünf Lichtschalter, die keiner Lampe zuzuordnen sind. Die finde ich sehr mysteriös und werde sie wohl die restlichen vier Tage auch weiterhin beäugen, ohne zu einem Schluss zu kommen. Die Bettdecken sind das beste an allem. Sehr fluffig, aber nicht schwitzig. Fluffig leicht, wärmend, aber luftdurchlässig.

Das Essen verläuft in Gängen. Was bereits klar war. Allerdings liegt zwischen jedem Gang eine große Zeitspanne von jeweils ungefähr 10-20 Minuten, die es mit wachsender Vorfreude zu überbrücken gilt. Jeden Abend muss man als Gast dieses Hauses seinen Tisch für 18 oder 20 Uhr reservieren. Heute haben wir uns hingesetzt, vor eine Tellerunterplatte mit 2 Gabeln links, zwei Messern und einem Löffel rechts und einem kleinen Löffel und einer kleinen Gabel oben drüber. Meinen Apfelsaft bekam ich aus einer kleinen Glaskanne in ein Weinglas eingeschenkt. Die Kerze in der Mitte des Tisches war strahlend weiß, so strahlend, wie die Flamme selbst. Mumschka aß Kassler mit Kartoffeln, was nicht diesen Namen trug, sondern ein eigenständiger, 12 wortiger Satz zu sein schien.
Als Vorspeise gab es Karotten-Ingwer-Irgendwas-Suppe mit Garnelen. Die Garnelen musste ich essen. Das waren meine ersten Garnelen und der Geschmack war gewöhnlich fischig, aber das Kaugefühl eher negativ. Die Suppe selbst, die ich kosten musste, schmeckte -ganz ehrlich- wie ungewürzte Kartoffelsuppe ohne Wiener.
Es mag sein, dass ich nichts von Essen verstehe. Erst recht nicht von Gutem.
Dabei sollten wir es belassen. (Denn sonst würde ich mich jetzt noch darüber auslassen, seit wann man Vanilleeis mit Erdbeersoße mit Gabel isst und warum die ach so feinen Leute ach so fein sind, aber rauchen wie... ich weiß nicht was für dreckiges Gesindel. -Pfui.-)

Ich find's schön hier, sehr ordentlich alles, und genau deswegen fühl ich mich plump und trottelig. Meine Kopfschmerzen mögen doch Bitte innerhalb der nächsten 8 Stunden vorbeigehen. Ich wäre lieber zu Hause, aber das liegt daran, dass ich immer lieber zu Hause wär, wenn ich nicht zu Hause bin.
11.9.06 22:34
 


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